Abu-Dhabi-Gespräche (KI-Symbolbild): leerer Verhandlungssaal mit USA-Ukraine-Russland-Schildern, deutsche Fahne an ausgeschlossener Tür

Abu-Dhabi-Gespräche: Europa vor der Tür – Merz plant weiter Waffen und Milliarden

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Am 10. und 11. November 2026 sitzen in Abu Dhabi wieder Verhandler aus Washington, Moskau und Kiew an einem Tisch. Die Europäer, und damit auch Berlin, bleiben vor der Tür. Genau das ist der Kern der Abu-Dhabi-Gespräche: Die USA vermitteln, Russland und die Ukraine sprechen – und Deutschland soll weiter zahlen und Waffen liefern, ohne mitzuentscheiden.

Bundeskanzler Friedrich Merz und Wolodymyr Selenskyj haben am 3. November in Berlin lautstark einen Platz für Europa gefordert. Der Kreml hat denselben Tag klargestellt: Im vereinbarten Dreierformat ist Europa nicht vorgesehen. Parallel plant Merz für den 19. November einen Gipfel der „Koalition der Willigen“ – vor allem über weitere militärische Hilfe für 2027. Diplomatie als Show, Aufrüstung als Programm?

Kurz erklärt

  • Die Abu-Dhabi-Gespräche finden am 10. und 11. November 2026 im Dreierformat USA–Ukraine–Russland statt.
  • Kremlsprecher Peskow schloss am 3. November eine Teilnahme Europas am Tisch aus.
  • Merz und Selenskyj forderten am 3. November in Berlin eine europäische Rolle bei Sanktionen und Sicherheitsarchitektur.
  • Merz lädt für den 19. November Staats- und Regierungschefs nach Berlin ein – Schwerpunkt weitere militärische Unterstützung 2027.
  • Im Haushaltsentwurf sind rund 11,6 Milliarden Euro Ukraine-Hilfe für 2027 vorgesehen.

Was sind die Abu-Dhabi-Gespräche?

Nach Angaben von Präsident Selenskyj bei der Pressekonferenz mit Merz in Berlin sollen am 10. und 11. November Arbeitsteams im trilateralen Format zusammentreffen. Die USA agieren als Vermittler. Selenskyj nannte als ukrainische Prioritäten eine Feuerpause bei Energie und kritischer Infrastruktur, die Entsperrung des Schwarzen Meeres, stärkere Gefangenenaustausche und die Vorbereitung eines Treffens der Staats- und Regierungschefs – „mit einer unbedingten Teilnahme Europas“.

Merz dankte dem Gastgeber Abu Dhabi, betonte aber zugleich, er sehe bisher keine ernsthafte Verhandlungsbereitschaft Russlands. Das Treffen reiht sich nach seiner Darstellung in eine Serie diplomatischer Kontakte ein, „so lange, bis wir zu einem Waffenstillstand kommen“. Das klingt nach Frieden. Der Fahrplan danach lautet in Berlin allerdings: mehr Waffen, mehr Geld, mehr Druck.

Bereits am Wochenende zuvor war der mögliche Friedensgipfel in der Türkei Thema. Blaues Echo hatte damals gefragt, ob Berlin nur zahlt und nicht mitredet. Die Abu-Dhabi-Gespräche beantworten diese Frage vorerst klar: Am entscheidenden Tisch sitzt Deutschland nicht.

Warum sitzt Europa in Abu Dhabi nicht am Tisch?

Der Kreml schließt Europa aus

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte am 3. November gegenüber dem Sender Westi laut TASS wörtlich, eine Teilnahme Europas sei unmöglich, weil ein Dreierformat vereinbart worden sei: Russland und die Ukraine unter Vermittlung der USA. Die Gespräche würden Sicherheitsfragen und Garantien behandeln – und diese könnten „nur gegenseitig“ sein.

Zugleich erklärte Peskow, Russland werde früher oder später über eine künftige Sicherheitsordnung in Europa mit Europäern sprechen müssen – man müsse aber wissen, mit wem. Damit ist die Botschaft klar: Über den Krieg entscheiden die Großmächte. Über Europas Sicherheit soll später verhandelt werden. Wer heute nicht am Tisch sitzt, verhandelt morgen aus der Schwäche heraus.

Merz und Selenskyj fordern Platz – ohne Weg hinein

Selenskyj sagte in Berlin: „Es kann nicht zu einem stabilen Frieden kommen, wenn Europa nicht am Verhandlungstisch sitzt.“ Merz pflichtete bei: Zentrale Elemente einer Friedenslösung – Sanktionen und Sicherheitsarchitektur – könnten nur mit den Europäern gelöst werden. Auf die Frage, warum Europa in Abu Dhabi voraussichtlich vor der Tür sitze, verwies Selenskyj darauf, die USA seien Vermittler der ersten Deeskalationsschritte. Europa sei „auch in einem trilateralen Format“ präsent, etwa über nationale Sicherheitsberater, die gebrieft würden oder am Tisch säßen.

Das ist die diplomatische Variante von: Wir sind irgendwie dabei, nur nicht wirklich. Merz nannte keinen konkreten Weg, Deutschland oder die EU formell in das Abu-Dhabi-Format zu bringen. Stattdessen verlegte er den europäischen Einfluss auf das, was Berlin kontrolliert: Geld, Waffen und Garantien.

Was plant Berlin parallel zu den Abu-Dhabi-Gesprächen?

Merz kündigte für die „übernächste Woche“ – den 19. November 2026 – einen Gipfel der Koalition der Willigen mit Frankreich und Großbritannien in Berlin an. Drei Ziele nannte er offiziell: weitere Hilfe koordinieren, Sicherheitsgarantien nach einem Waffenstillstand bekräftigen und Diplomatie abstimmen. Zur militärischen Übung, die „in diesen Tagen“ beginne, sagte er, das werde ein Baustein einer Friedenslösung sein.

Im gleichen Atemzug erinnerte Merz an die NATO-Vereinbarung über 70 Milliarden Euro militärische Ukraine-Unterstützung für 2026. Alle Partner müssten dieser Verpflichtung nachkommen. Für 2027 kündigte er an, in Berlin Verabredungen über den Umfang weiterer Hilfe zu treffen – „vor allem, wenn auch nicht ausschließlich, um die weitere militärische Unterstützung“. Parallel ist im deutschen Haushaltsentwurf eine Ukraine-Hilfe von rund 11,6 Milliarden Euro für 2027 vorgesehen. Selenskyj hatte diesen Betrag laut Interfax-Ukraine gegenüber Bundestagspräsidentin Julia Klöckner angesprochen und eine Entscheidung erwartet. Der Haushaltsausschuss tagt final am 12. November, einen Tag nach Ende der Abu-Dhabi-Runde; die Schlussabstimmung ist für den 27. November vorgesehen.

Dazu kommt Winterhilfe. Merz bekräftigte, noch 2026 weitere Unterstützung für Luftverteidigung und Energie möglich machen zu wollen. Berichte beziffern ein symbolisches Paket bei rund 200 Millionen Euro, das der Bundestag noch beschließen müsste. Gleichzeitig fehlen der Ukraine nach Selenskyjs Worten PAC-2-, PAC-3- und IRIS-T-Raketen. Dass Berlin 500 Patriot-Raketen finanziert, deren Lieferung aber weit in die Zukunft reicht, hatten wir bereits analysiert.

Abu-Dhabi-Gespräche Story (KI-Symbolbild): deutsche Fahne und leerer Stuhl vor verschlossener Verhandlungstür, Lichtspalt darunter
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Was bedeutet das für deutsche Souveränität?

Die Runde in den Emiraten legt eine brutale Hierarchie offen. Washington vermittelt. Moskau und Kiew verhandeln. Berlin liefert. Wer die Rechnung zahlt, darf draußen warten – und soll hinterher die Sicherheitsordnung akzeptieren, die andere ausgehandelt haben. Merz nennt das „deutsches und europäisches Interesse“. Eine souveräne Politik würde zuerst fragen: Was dient Deutschland?

Denn während Milliarden nach Osten fließen, wächst im Inland der Widerstand. Tausende junge Menschen beantragen, den Kriegsdienst zu verweigern. Die Wirtschaft leidet unter hohen Energiekosten und Unsicherheit. Und die Sicherheitsordnung Europas wird in den Emiraten und später möglicherweise beim G20 in Miami verhandelt – mit oder ohne Berlin.

Merz sagte zu Miami: Wenn über die Ukraine gesprochen werde, müsse Selenskyj am Tisch sitzen; sitze die Ukraine am Tisch, sitze Europa am Tisch. Das ist eine Hoffnung, kein Machtanspruch. Wer Macht will, muss eigene Interessen definieren: Waffenstillstand jetzt, Verhandlungen ohne Tabus, keine Blankoschecks für weitere Jahre Krieg.

Kommentar: Frieden predigen, Waffen terminieren

Dieser Abschnitt gibt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Gespräche in Abu Dhabi entlarven die Doppelmoral der Berliner Ukraine-Politik. Vor den Kameras spricht Merz von Frieden und einer Rolle Europas. Im Terminkalender steht der 19. November: Koalition der Willigen, militärische Hilfe 2027, Druck auf Moskau. Wer ernsthaft Frieden will, setzt auf Verhandlungen, nicht auf den nächsten Lieferplan.

Besonders bitter: Deutschland ist laut Merz „das Land mit dem mit Abstand größten Beitrag“ für die Ukraine – und sitzt trotzdem nicht am entscheidenden Tisch. Das ist keine Führungsrolle. Das ist Zahlmeistertum. Schon beim Friedensgipfel in der Türkei galt: Ankara vermittelt, Berlin zahlt. In Abu Dhabi wiederholt sich das Muster, nur ohne deutsche Fahne am Tisch.

Eine rechte, souveräne Linie wäre klar: Diplomatie zuerst, Waffenlieferungen stoppen oder zumindest an echte Verhandlungsfortschritte koppeln, deutsche Interessen vor fremde Strategien stellen. Wer junge Deutsche mustern und gleichzeitig Milliarden für Stellvertreterkriege ausgeben will, verspielt Vertrauen – siehe den EU-Haushalt und deutsche Nettozahlerrolle. Und wer Patriot-Systeme finanziert, deren Ankunft Jahre dauert, sollte ehrlich sagen, dass er den Krieg verlängert, nicht beendet – wie bei den 500 Patriot-Raketen für Kiew.

Am 10. und 11. November wird man sehen, ob aus Abu Dhabi mehr wird als ein Foto-Termin. Entscheidend ist nicht, ob Merz hinterher „Europa muss mitreden“ wiederholt. Entscheidend ist, ob Berlin aufhört, den Krieg zu finanzieren, ohne über den Frieden mitzuentscheiden.

FAQ zu den Gesprächen in Abu Dhabi

Wann finden die Abu-Dhabi-Gespräche statt?

Am 10. und 11. November 2026 treffen sich laut Selenskyj und übereinstimmenden Agenturberichten Arbeitsteams aus den USA, der Ukraine und Russland in Abu Dhabi.

Sitzt Deutschland am Verhandlungstisch?

Nein. Der vereinbarte Rahmen ist dreiseitig. Peskow schloss am 3. November eine formelle Teilnahme Europas aus. Selenskyj und Merz fordern eine europäische Rolle vor allem für spätere Schritte und Sicherheitsfragen.

Was will die Ukraine in Abu Dhabi erreichen?

Feuerpause bei Energie und kritischer Infrastruktur, Entsperrung des Schwarzen Meeres, mehr Gefangenenaustausche und die Vorbereitung eines Treffens der Staatschefs unter Beteiligung Europas.

Was plant Merz am 19. November?

Einen Gipfel der Koalition der Willigen in Berlin mit Frankreich und Großbritannien: weitere Hilfe, Sicherheitsgarantien nach einem Waffenstillstand und Abstimmung der Diplomatie – mit Schwerpunkt auf militärischer Unterstützung für 2027.

Wie viel Ukraine-Hilfe plant Deutschland für 2027?

Im Haushaltsentwurf sind rund 11,6 Milliarden Euro vorgesehen. Die abschließende Entscheidung im Bundestag ist für Ende November geplant.

Mehr zum Thema Frieden und deutsche Interessen: Friedensgipfel in der Türkei, 500 Patriot-Raketen für Kiew und Ukraine Deal. Primärquellen: die Pressekonferenz Merz/Selenskyj vom 3.11.2026 und die TASS-Meldung zu Peskow vom 3.11.2026.

Quellen

Bildnachweis: Titelbild, Social-Grafik und Story sind KI-Symbolbilder (KI-generiert, keine realen Szenen, keine realen Personen erkennbar). Bilder zugeschnitten, abgedunkelt und mit Text versehen. Grafiken: Blaues Echo. KI-GENERIERTER-INHALT-Wasserzeichen auf allen Grafiken. Canva-Medien: MAHaHyu8pJw, MAHaHzbEmtU, MAHaH1u2fOs.

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